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Glossar

Im Glossar finden Sie die genauen Begriffe und lernen in Kürze das GFA- „Abc“ !

Abgrenzung [Scoping]

Dieser Schritt bestimmt die Rahmenbedingungen und den Umfang einer GFA. Beides wiederum hängt vorallem von den organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten ab. Essentielle Bestandteile des „scopings“ sind :
-  Erstellung eines GFA- Projektplans inklusive Organigramm, Zieldefinition, Interessengruppen (Stakeholder) Analyse, Zeit- und Kostenplan, etc.
-  Nach Möglichkeit Miteinbezug der Auftraggeber bzw. EntscheidungsträgerInnen
-  Wahl der Bewertungsmethodik und den Umfang der GFA
-  Identifikation der wesentlichen Gesundheitsdeterminanten, die durch eine politischen Entscheidung, ein Programm, oder ein Projekt betroffen sein könnten

Agenda 21 [Agenda 21]

Die Agenda 21 ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, beschlossen von 172 Staaten auf der „Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen“ (UNCED) in Rio de Janeiro (1992).

Auswahl [Screening]

Ziel des „screenings“ ist es, jene Entscheidungen, Programme oder Projekte zu selektieren, von denen Auswirkungen auf die Gesundheit zu erwarten sind. Dieser Prozess sollte einer transparenten Methodik folgen, z.B. einer in den Leitlinien angebotenen Checkliste. Das Resultat dieses ersten Schritts einer GFA kann folgendermaßen aussehen :
-  Es ist notwendig, eine GFA durchzuführen
-  Es ist nicht notwendig, eine GFA durchzuführen.
-  Es kann keine eindeutige Entscheidung getroffen werden und das „screening“ wird z.B. mit mehr Informationen wiederholt

Begleitung und Beurteilung [Monitoring and Evaluation]

Der Abschlussbericht an den/die Auftraggeber sollte enthalten :
-  Beschreibung des GFA-Prozesses inkl. einer Beschreibung der involvierten Personen, Organisationen und verwendeten Ressourcen
-  Beschreibung der verwendeten Methoden
-  Beschreibung der positiven und negativen Gesundheitseffekte
-  Beschreibung der möglichen Gewinner und Verlierer
-  Empfehlungen und Entscheidungsalternativen, um die positiven Gesundheitseffekte zu maximieren und die negativen zu minimieren

Der Kommunikation der Ergebnisse in Form des Abschlussberichtes an den/die Auftraggeber bzw. politischen Entscheidungsträger kommt eine Schlüsselrolle zu. Deshalb sollte dieser Schritt exakt geplant werden und im Bedarfsfall unter Einbeziehung von Mediatoren durchgeführt werden.

Bewertung [Appraisal]

Folgende Formen der Bewertung werden nach Aufwand und Intensität (in ansteigender Reihenfolge) unterschieden :
-  „rapid or desktop appraisal“ - Schnell- Beurteilung
-  „intermediate appraisal“ - Teil- Beurteilung
-  „comprehensive appraisal“ - Umfassende Beurteilung

Die Mehrzahl der bisher durchgeführten GFA’s sind „rapid appraisals“. Diese relativ rasche und kostengünstige Variante entspricht am ehesten der politischen Realität, in der Entscheidungshilfen rasch verfügbar sein müssen. Beispiele für „comprehensive appraisal“ zur evidenzbasierten Entscheidungshilfe bei größeren Programmen und Projekten mit langer Vorlaufszeit finden sich auf der Homepage der London Health Commission und der WHO.

Biomedizinisches Gesundheitsmodell [Biomedical model of health]

Dieses Modell orientiert sich vor allem an der Gesundheit als Fehlen von Krankheiten und für die medizinischen Ursachen der Krankheit. Es fokussiert auf das einzelne Individuum und die Behandlung der Krankheit.

Determinate der Gesundheit [Health determinant(s)]

Die Determinanten der Gesundheit sind jene bestimmenden Faktoren, die unsere Gesundheit wesentlich beeinflussen. Diese Faktoren lassen sich in drei große Bereiche zusammenfassen : sozioökonomische Faktoren und Umwelt bedingte Verhältnisse, Lebensweisen und Lebensstile und individuelle Faktoren - also Alter, Geschlecht und erbliche Faktoren.

Fachübergreifend [Interdisziplinär ; Multidisciplinaire]

Unter Interdisziplinarität versteht man die Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder zumindest Methoden verschiedener Fachrichtungen.

Gesundheit [Health]

Gesundheit des Menschen ist „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ (WHO, 1946)

Gesundheitliche Gerechtigkeit [Equality of health]

Der Maßstab für gesundheitliche Gerechtigkeit ist die gesundheitliche Chancengleichheit.

Gesundheitsfolgen [Health impact]

Veränderung von Gesundheitsrisiken durch Politik, Programme oder Projekte, damit keine negativen Folgen für die Bevölkerung entstehen.

Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) [Health Impact Assessment]

Die Gesundheitsfolgenabschätzung ist ein Instrument zur Unterstützung sektorübergreifender Entscheidungsprozesse. Es wird angewandt, um bei anstehenden Entscheidungen deren potenzielle gesundheitsbezogene Auswirkungen abzuschätzen, und dient auch der Rückführung der dabei gewonnenen Informationen in den Entscheidungsprozess. (Kongress von Göteborg, 1999)

Gesundheitsförderung [Health promotion]

Gesundheitsförderung unterstützt Prozesse, die darauf abzielen, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen um sie dadurch zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie mit ihrer Umwelt klar kommen oder sie verändern können.

Gesundheitsgefahren [Health hazard]

Potentialler Schaden.

Gesundhietsrisiko [Health risk] Ein Gesundheitsrisiko ist durch die Wahrscheinlichkeit einer Gesundheitsgefahr für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe während einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort gegeben.

Gesundheitszustand [Health level]

Der Gesundheitszustand einer Person oder einer Bevölkerung, wird anhand der Morbidität, gesundheitlichen Defiziten, der Sterblichkeitsrate und Indikatoren betreffend dem funktionalen Zustand und der Lebensqualität abgeschätzt.

Gleichzeitige Gesundheitsfolgenabschätzung [Concurrent health impact assessment]

Eine GFA lässt sich gleichzeitig zur Umsetzung der Politik durchführen. Dadurch erhält man ein „Feed-back“ hinsichtlich der vorgeschlagenen Maßnahmen und erleichtert die Voraussage der Auswirkungen auf die Gesundheit.

Mitbestimmung [Partizipation ; Participation]

Mitbestimmung heisst, als gleichberechtigte Teilnehmer Einfluss auf politische oder soziale Entscheidungsprozesse zu haben. Dabei betrifft die soziale Mitbestimmung alltägliche Situationen in der Arbeit oder der Familie, und die politische Mitbestimmung politische Prozesse.

Nachhaltige Entwicklung [Sustainable development]

Nachhaltige Entwicklung ist die Übersetzung des englischen Begriffes sustainable development und bezeichnet eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der jetzigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen (Verkürzte Definition gemäß dem Brundtland-Bericht).

Politik [Policy]

Der Begriff Policy bezeichnet die inhaltliche Dimension von Politik.

Programm [Programme]

Ein Programm ist eine Anzahl von Aktionen und Projekten, die erlauben, eine bestimmte Politik innnerhalb einer bestimmten Zeit umzusetzen. Ein politisches Programm kann zum Beispiel auf eine Legislaturperiode begrenzt sein.

Projekt [Project]

Um ein bestimmtes, politisches Programm umzusetzen, bedarf es eine unbestimmte Anzahl von Projekten. Ein Projekt ist in der Regel bezüglich den finanziellen Mitteln und den zeitlichen Ressourcen beschränkter als ein Programm.

Rückwirkende Gesundheitsfolgenabschätzung [Retrospective health impact assessment]

Eine rückwirkende GFA kann bei abgeschlossenen Programmen und Projekten Massnahmen aufzeigen, die zu einer nachträglichen Verbesserung beitragen.

Schnelle Beurteilung [Rapid appraisal]

Die Mehrzahl der bisher durchgeführten GFA’s waren „rapid appraisal“. Diese relativ rasche und kostengünstige Variante entspricht am ehesten der politischen Realität, in der Entscheidungshilfen rasch verfügbar sein müssen.

Schnelle Gesundheitsfolgenabschätzung [Rapid health impact appraisal]

Die schnelle Gesundheitsfolgenabschätzung, auch Desktop HIA genannt, soll kurzfristig, in 4-5 Tage durchgeführt werden können. Das Literaturstudium wird auf die bereits vorhandenen Quellen reduziert, sowie Workshops etc. durch Expertenwissen ersetzt. Personelle und finazielle Ressourcen werden dadurch stark reduziert.

Sozialwissenschaftliches Umweltmodell [Socio-environmental model of health]

Dieses Modell orientiert sich an den Determinanten der Gesundheit, einschliesslich der Umwelteinflüsse auf das Wohlbefinden der Bevölkerung. Nach diesem Modell ist die Gesundheit die Summe von sozialen-, wirtschaftlichen- und Umweltfaktoren, sowie des individuellen Verhaltens.

Übersicht über die Gesundheitsfolgen [Policy review health impact]

Dies erlaubt eine schnelle Übersicht von Gesundheitsfolgen, welche einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist und innerhalb von wenigen Stunden über Programme oder Projekte informiert. Des Weiteren werden seriöse Daten aus politischen Entscheidungen, Programmen und Projekten gesammelt und mit Meinungen von Fachleuten ergänzt.

Umfassende Beurteilung [Comprehensive appraisal]

Eine umfassende Bewertung verlangt die Sammlung neuer Informationen, wie zum Beispiel durch die Befragung des Zielpublikums, das Studium von weiterführender Literatur und die Analyse anderer Fallbeispiele zu ähnlichen Themen. Eine umfassende Bewertung erfordert grosse zeitliche und finanzielle Ressourcen.

Umfassende Gesundheitsfolgenabschätzung [Comprehensive health impact assessment]

Die Durchführung einer umfassenden Gesundheitsfolgenabschätzung bedingt eine strukturierte Steuerungsgruppe, welche die Rahmenbedingungen und das Vorgehen definiert. Des Weiteren werden umfassende Informationen und Daten gesammelt. Dies geschieht durch Befragungen des Zielpublikums, Organisation und Durchführung von Workshops mit der Beteiligung aller Interessengruppen „stakeholders“ etc., durch ein umfassendes Literaturstudium, sowie durch die Analyse von anderen Fallbeispielen. Für den Erfolg dieses mittel- bis langfristigen Prozesses muss die Finanzierung sichergestellt sein.

Verhandlung [Negotiation]

Um Änderungen und/oder Ergänzungen am Anfang des Projekts oder an Massnahmen etc. anzubringen, müssen alle eingebundenen Personen einer GFA gleichberechtigt miteinander verhandeln können.

Vorausblickende Gesundheitsfolgenabschätzung [Prospective Health impact assessment]

Die Vorausblickende GFA ermöglicht bereits im Voraus, die Auswirkungen einer Politiik, eines Programms oder eines einzelnen Projektes zu identifizieren und Änderungen der künftigen Umsetzung vorzuschlagen.

Vorauswahl [Pre - screening]

Eine Vorauswahl von Faktoren anhand definierter Kriterien wird getätigt, damit man sich auf eine genauere Auswahl von Gesundheitsauswirkungen fokussieren kann. Dieser Schritt ist jedoch in einem üblichen GFA- Verfahren nicht vorgesehen. Die Vorauswahl wurde vom Kanton Jura entwickelt, um die Anzahl von Einflüssen zu reduzieren, damit die zu untersuchenden Objekten mit den personellen Ressourcen abgedeckt werden konnten, damit überhaupt im Anschluss ein Auswahlprüfverfahren (screening) von politischen Entscheidungen, Programmen und Projekten durchgeführt werden konnte.

 

 

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